Hinweis zu medizinischen Informationen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung. Die passende Diagnostik und Behandlung besprechen Sie bitte persönlich mit Ihrem Arzt.

Der Nachbehandlung nach vorderer Kreuzbandplastik kommt ein sehr hoher Stellenwert zu.
In der ersten Phase kurz nach der Operation kommen Lymphdrainage und einfache Muskelanspannungsübungen sowie Bewegungsübungen zum Thromboseschutz zur Anwendung. Abschwellende Schmerzmittel sind meist nur für einige Tage notwendig. Nach Abschwellen des Kniegelenks wird die Beweglichkeit zunehmend wiederhergestellt und die Belastung des operierten Beines gesteigert. Nach ca. 10 Tagen können die Krücken vollständig weggelassen werden. Die Kreuzbandschiene wird meist über sechs Wochen getragen, wobei der Bewegungsspielraum der Schiene schrittweise gesteigert wird. Sie dient dazu, das neue Kreuzbandtransplantat so lange vor Zugbelastungen zu schützen, bis es vollständig im Knochen eingewachsen ist und die Funktion des ursprünglichen Bandes übernehmen kann.
In der Folge werden die Koordination und die Muskelkraft trainiert. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten aktive Bewegungsschienen zur Heimanwendung verordnet werden. Diese bewegen anfangs das Gelenk mit einem eingebauten Motor passiv. Später kann man sie auch so einstellen, dass die Schiene einen gewissen Widerstand leistet.
Mit leichten Sportarten wie z.B. Radfahren kann bereits vier Wochen nach Operation wieder begonnen werden. Da die Nachbehandlung einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten erfordert, sollte sie in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Physiotherapeuten erfolgen.

Einen ausführlichen Nachbehandlungsplan können Sie sich als PDF herunterladen.

Lesen Sie weiter: Ursachen für Beschwerden nach vorderer Kreuzbandoperation

Nachbehandlungsplan: Textfassung des PDFs

Zeitangaben und Maßnahmen müssen vor einer Anwendung durch den behandelnden Arzt individuell bestätigt werden.

OP / 1. Tag

  • Lagerung in gerader Schiene
  • Sanfte Kälteanwendung
  • Anspannen der Kniebeuger
  • Anspannen der Kniestrecker nur in der geschlossenen Kette
  • Aktive Fußbewegung

2. Tag

  • Verbandswechsel
  • Evtl. Anlegen einer beweglichen Knieorthese nach Vorgabe des Operateurs
  • Motorschienenbeübung mit langsam zunehmender Bewegung (Beginn max. 0-0-50)
  • Aktive Kniestreckung nur in der geschlossenen Kette
  • Lymphdrainage
  • Beginn mit elektrischer Muskelstimulation

3-7. Tag

  • 4-Punktegang mit Belastung nach Toleranz
  • Vollbelastung nur nach Kontrolle des Gangbildes durch den Therapeuten
  • 1/3 – Kniebeugen E/F 0-20-50 mit erhöhten Fersen
  • Training der Ab- und Adduktoren bei 90° Flexion
  • Knieflexion gegen Widerstand (Ferse mit Bodenkontakt heranziehen)
  • Stabilisierung der Rückenmuskulatur

8-14. Tag

  • Fortführung der bisherigen Physiotherapie, Gangschulung, Beendigung der Thromboseprophylaxe
  • 12-14. Tag: Fadenentfernung
  • Beinpresse E/ F 0-40-90 mit maximal 1/3 Körpergewicht Belastung
  • Kokontraktion (Kniestrecker / Kniebeuger)
  • Training der Fußmuskulatur, Sprunggelenkstabilisation
  • Stretching nach Anweisung durch den Therapeuten
  • für 4 Wochen: treppauf gesundes Bein voran, treppab operiertes Bein voran

3.-6. Woche

  • Fortführung der bisherigen Physiotherapie, Anleitung für Selbsttraining (Theraband)
  • Standfahrrad mit geringem Widerstand (falls Flexion über 100° erreicht)
  • Koordinationsübungen
  • Training in offener Kette ab 5. Woche
  • Beginn mit einbeinigen Stabilisierungsübungen ab 5. Woche
  • Aquajogging ab 5. Woche

7.-12. Woche

  • gesteigerte Koordinations- und Kräftigungsübungen (Minitrampolin, Stairmaster, usw.)
  • Radfahren in der Ebene ab der 8. Woche
  • Einbeinige, gestützte Kniebeugen und side-to-side-steps
  • Gehen / Laufen auf der Stelle, vorwärts, rückwärts gegen Widerstand

ab 12. Woche

  • Schwimmen im Kraulschlag
  • Inline-Skating (für geübte)
  • leichtes Lauftraining ab 16. Woche
  • Wiederaufnahme von weiterem Sport nach Rücksprache mit dem Arzt
  • Muskelaufbau benötigt 1 Jahr Gymnastik und Training
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